12.11.2019 Erholsame Musik

Lärm macht unproduktiv, aggressiv und krank. Deshalb begeben sich viele auf die Suche nach Stille. Aber wie und wo ist sie zu finden? (Franz Völkl)

Bevor die oft etwas hektische vorweihnachtliche Zeit so richtig beginnt, konnten die vielen Besucher der von der Gesangsgruppe Triangel initiierten „Staaden Stund“ in der Pfarrkirche St. Sebastian noch einmal richtig Luft holen und bei erholsamer und tiefgehender Musik die Seele baumeln lassen.

Durch den Abend führte die Lennesrietherin Doris Vitzthum, die mit tiefsinnigen Texten zwischen den Stücken die nötige Ruhe in die Herzen der vielen Besucher brachte. Viele Besucher aus der Region und sogar Gäste aus Prag waren gekommen. Dezenter Kerzenschein rahmte das Geschehen imposant ein und gab dem Abend mit sanften Tönen einen würdigen Rahmen.

Die Gesangsgruppe Triangel mit Andrea Götz, Steffi Daubenmerkl und Doris Völkl eröffnete den Abend „a cappella“mit dem „Engel des Herrn“. Drei junge Männer der Bläsergruppe der Musikschule Karl mit Konstantin Stahl (Albersrieth) mit der Posaune, Sebastian Daubenmerkl (Waldthurn) und Simon Schwab (Spielberg) mit Trompeten intonierten gekonnt „Amazing Grace“ und boten in Begleitung von Marina Daubenmerkl am E-Piano beeindruckend „The Rose“. Triangel sang von der Empore mit Georg Schmidbauer an der Orgel das „Ich bete an die Macht der Liebe“,„Ave Maria – Wenn ich ein Glöcklein wär“, oder auch „Ein Kind Mariens“.

„Erst wenn die Stille dich umstellt, entdeckst du Deine innere Welt“, meinte Vitzthum. Förmlich spürte man im halbdunkel getauchten Kirchenschiff, dass die Menschen den Lärm aus sich und dem Gotteshaus drängten und wohltuende Stille einkehren ließen. Zu bekannten Liedern präsentierten die Protagonisten aber auch weniger Bekanntes wie „Leise, leise, fromme Weise“ von Carl Maria von Weber in Orgelbegleitung von Schmidbauer. Der Organist glänzte auch mit einem Solostück. Die junge Pianistin Marina Daubenmerkl begleitete Triangel perfekt beim „guter Vater im Himmel“ am E-Piano.

Erstmals trat die Instrumentalgruppe „Zittern & Klampfn“ in die Öffentlichkeit: Albert Sommer (Zither) und Ute Sommer (Cello) aus Vohenstrauß, Silvia Stahl aus Albersrieth (Zither) und Völkl (Gitarre). Drei Instrumentalstücke unterschiedlicher Stilrichtungen hatte die Gruppe mitgebracht, bei der „Pusteblume“ schwebten die kleinen Fallschirmchen des Löwenzahns musikalisch förmlich im Kerzenschein. Das einstündige Programm war eine besinnliche, beeindruckende und entspannende „staade Stund“ bei der die Beteiligten ihren hohen Ansprüchen gerecht wurden. Viele Zuhörer gaben sich oft mit geschlossenen Augen den Melodien hin. Bevor Triangel mit Marina Daubenmerkl am E-Piano das begeisterte Publikum mit dem „Geh in Gottes Frieden“ in die Nacht entließ, quittierten diese die beachtliche Leistung sämtlicher Mitwirkender mit stehendem Applaus.