07.04.2019 Fastenessen

Weniger ist mehr – Löffeln und Gutes tun – Verzicht auf Sonntagsbraten

Obwohl die Kath. Landjugend Waldthurn am Samstag ihre große Reifenwechselaktion hat, den Vorabendgottesdienst gestaltet, anschließend die Jahreshauptversammlung mit knapp 60 Mitgliedern abhält und eine Party steigt, lässt die Gruppe es sich nicht nehmen, am Sonntagmittag ihr alljährliches Fastenessen durchzuführen.

 

Waldthurn (fvo) Die Küche der Waldthurner Pfarrköchin Elisabeth Kodalle blieb an diesem Tag so wie in vielen Haushalten in der Pfarrgemeinde St. Sebastian am Fuße des Fahrenberg kalt. Denn Pfarrer Norbert Götz nahm die Fastenspeise der jungen Christen als Mittagsmahl zu sich. Mit „Es ist angerichtet“, gab die Landjugendvorsitzende Hannah-Sophia Hornstein Punkt 11 Uhr den Startschuss.

Am frühen Vormittag war die „Runde“, die Vorstandschaft der KLJB Waldthurn damit beschäftigt, Kartoffeln, Zwiebeln und Karotten zu schälen, zu schnipseln und die Suppe teilweise vor Ort und auch am heimischen Herd zu bereiten. „Manchmal steuerten auch die Mamas ihren Beitrag zum Kochen der Fastenspeise“, gestand Hornstein weiter. Dass Küchenarbeit keine reine Frauensache ist, zeigten die Landjugendburschen. Kurz vor dem Ansturm der Fastenesser wurden die Brotlaibe akribisch von Annelie Kraus vorgeschnitten und die Tische hübsch gedeckt. Insgesamt sieben große Töpfe befüllt mit Erdäpflsuppe haben die jungen Christen im altehrwürdige Lobkowitzschloss das als Pfarrheim genutzt wird, zum diesjährigen Fastenessen bereitet.

Versehentlich hatten sich in manchem Topf kleine Wurststückchen verirrt, was aber weder von Pfarrer noch von der Pfarrköchin als dramatisch eingestuft wurde. Die Suppe wies einen vorzüglichen Geschmack auf, so dass die Fastenesser auf ihre Flüssigwürze verzichteten.

Die Jungmänner um Vorsitzenden Julian Steiner machten sich daran, den Gästen die Suppe, Brot und auch das Mineralwasser gekonnt zu servieren. 150 Teller schöpfte dabei das Küchenpersonal. Sie waren aber doch froh, dass sie von den weiblichen Landjugendmitgliedern intensiv entlastet wurden. Nicht jeder der jungen Landjugendmänner hatte hinsichtlich der hohen Belastung vom Vortag schon die nötige Kraft und Ruhe für den „Service am Tisch“.

Aktuell ist die Tradition des Fastenessens in vielen Pfarreien ein fester Bestandteil der Fastenzeit und oft findet parallel dazu der Verkauf von Waren aus Eine-Welt-Läden statt. So war Maria Ries mit dem Waldthurner „Eine-Welt-Laden“ ins Waldthurner Pfarrheim gekommen und bot Waren aus fairem Handel aus Ländern des Südens an. Gabi Holfelner vom Katholische Frauenbund verkaufte Osterkerzen und kreative Palmzweige – der Erlös wird gespendet.

„Auch die freiwilligen Spenden für die Kartoffelsuppe, das Mineralwasser und das Brot werden wir einem gemeinnützigen Zweck zuführen“, erklärte Vorsitzende Hornstein, die Veranstaltungsflyer fleißig Veranstaltungsflyer für das bevorstehende 100-jährige Jubiläum der KLJB Waldthurn (24. bis 26. Mai) verteilte.

Vergelt`s Gott allen Köchinnen und Köchen!

 

Pfarrer Norbert Götz zum Fastenessen :

„Einfaches Essen – weniger ist mehr“ sagte Götz. Durch diesen Verzicht in der Fastenzeit könne man sich wieder auf die wesentlichen Dinge des Lebens konzentrieren und mit der kleinen Spende auch etwas Gutes tun. Mittlerweile hat sich eingebürgert, in vielen katholischen Pfarreien ein sogenanntes Fastenessen zu veranstalten, welches als Solidaritätsessen verstanden wird. Ein Ziel des Fastenessens ist die Information über die Situation und Projekte in der Dritten Welt. Dabei wird solidarisch aufgefordert, auf den gewohnten Sonntagsbraten zu verzichten und stattdessen eine einfache Suppe zu essen, dessen Verkaufserlös den ärmeren Menschen zu Gute kommt.